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Retinol vs. Tretinoin: Was ist der Unterschied – und was ist besser für deine Haut?

  • Autorenbild: Lena
    Lena
  • 6. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Vitamin A gilt als der Goldstandard im Anti-Aging. Kaum ein anderer Wirkstoff ist so gut untersucht, wenn es um Faltenreduktion, Verfeinerung der Poren und eine glattere Hautstruktur geht.

Retinol Tretinoin Unterschied

Doch wer sich mit Wirkstoffpflege beschäftigt, stolpert schnell über zwei


Begriffe:

  • Retinol

  • Tretinoin (Retinsäure)


Beides gehört zur Vitamin-A-Familie – aber die Wirkung, Stärke, Verträglichkeit und rechtliche Situation sind sehr unterschiedlich.


In diesem Beitrag zeige ich dir:

  • Was Retinol und Tretinoin genau sind

  • Wie beide in der Haut wirken

  • Welche Vor- und Nachteile sie haben

  • Für wen welcher Wirkstoff sinnvoll ist


1. Was ist Retinol?

Retinol ist eine kosmetische Form von Vitamin A, die frei verkäuflich in Seren, Cremes und Ölen steckt. Damit es in der Haut wirken kann, muss es zweimal umgewandelt werden:

Retinol → Retinaldehyd → Retinsäure (Tretinoin)

Erst als Retinsäure wirkt Vitamin A direkt an den Hautzellen.


Typische Effekte von Retinol


Regelmäßig angewendet kann Retinol:

  • die Zellerneuerung anregen

  • die Kollagenproduktion unterstützen

  • feine Linien und erste Fältchen mildern

  • die Poren feiner wirken lassen

  • ein ebenmäßigeres Hautbild fördern


Vorteile von Retinol

  • Frei verkäuflich (Drogerie, Parfümerie, Online)

  • In verschiedenen Stärken erhältlich (z. B. 0,1–1 %)

  • Deutlich milder als Tretinoin

  • Gut geeignet für Einsteiger:innen und empfindlichere Haut


Nachteile von Retinol

  • Wirkt schwächer und langsamer als Tretinoin

  • Braucht oft mehrere Monate, bis klare Veränderungen sichtbar sind

  • Bei zu hoher Dosierung oder zu schneller Steigerung kann es ebenfalls zu Reizungen, Trockenheit und Schuppung kommen


2. Was ist Tretinoin?

Tretinoin (auch Retinsäure oder all-trans Retinoic Acid) ist die aktive, medizinische Form von Vitamin A. Sie wirkt ohne Umwandlung direkt an den Rezeptoren in der Haut.

Wichtig:Tretinoin ist in Deutschland und vielen anderen Ländern verschreibungspflichtig, weil es als Arzneimittel gilt – zum Beispiel zur Behandlung von:

  • Akne

  • starker, sonnengeschädigter Haut

  • ausgeprägten Pigmentflecken

  • Falten und Elastizitätsverlust

Typische Stärken in Cremes oder Gelen sind z. B. 0,025 %, 0,05 % oder 0,1 %.


Typische Effekte von Tretinoin

Klinisch nachgewiesen kann Tretinoin:

  • die Zellteilung deutlich beschleunigen

  • Kollagen und Elastin stimulieren

  • Falten und Linien klar reduzieren

  • Poren verfeinern und Verhornungsstörungen lösen

  • bei Akne helfen, indem es Verstopfungen der Poren löst

  • Pigmentflecken und Sonnenschäden sichtbar verbessern


Vorteile von Tretinoin

  • Sehr starke Wirkung, wissenschaftlich seit Jahrzehnten belegt

  • Ideal bei ausgeprägten Hautproblemen (Akne, tieferen Falten, starken Strukturproblemen)

  • Langfristig einer der wirksamsten Anti-Aging-Wirkstoffe überhaupt


Nachteile von Tretinoin

  • Reizpotenzial deutlich höher als bei Retinol

  • Häufige Nebenwirkungen zu Beginn:

    • Rötung

    • Brennen

    • Trockenheit

    • Schuppung

    • „Purging“ (vorübergehende Verschlechterung)

  • In Deutschland nur mit ärztlicher Verordnung

  • Erfordert konsequent täglichen Sonnenschutz (SPF 30–50)


3. Retinol vs. Tretinoin was ist der Unterschied


a) Stärke und Wirkung

Eigenschaft

Retinol

Tretinoin

Kategorie

Kosmetischer Wirkstoff

Arzneimittel (Retinsäure)

Umwandlung in der Haut

2 Schritte nötig

sofort aktiv

Stärke

mild bis moderat

stark

Geschwindigkeit

eher langsam (Monate)

schneller (Wochen–Monate)

Kurz gesagt:Tretinoin ist deutlich stärker, dafür auch aggressiver.Retinol ist die softere, einsteigerfreundliche Version.


b) Verträglichkeit


Retinol:

  • meist besser verträglich

  • ideal, um die Haut an Vitamin A zu gewöhnen

  • Reizungen meist milder und gut steuerbar


Tretinoin:

  • häufig initiale Irritation (die berühmte „Ugly Phase“)

  • erfordert viel Geduld, Barriereschutz und eine durchdachte Routine

  • nicht jede Haut mag Tretinoin – manche kommen trotz langsamer Steigerung nicht gut damit zurecht


c) Rechtliche Situation

  • Retinol: frei verkäuflich in Kosmetika

  • Tretinoin: in Deutschland verschreibungspflichtig, da es als Medikament gilt

Das bedeutet auch:Tretinoin gehört idealerweise in ärztliche Begleitung, besonders bei höherer Stärke oder starken Hautproblemen.


4. Wann ist Retinol sinnvoll – und wann Tretinoin?


Retinol ist sinnvoll, wenn…

  • du neu in der Welt von Vitamin A bist

  • du empfindliche oder trockene Haut hast

  • du erste Linien, leichte Pigmentflecken oder ein unruhiges Hautbild verbessern möchtest

  • du keine ärztliche Verschreibung möchtest

  • du eher eine langsame, sanfte Veränderung suchst


Retinol eignet sich perfekt als Einstieg, um deine Haut an Vitamin-A-Wirkstoffe zu gewöhnen und langfristig eine schöne Hautqualität aufzubauen.


Tretinoin ist sinnvoll, wenn…

  • du bereits Retinol gut verträgst

  • du stärkere Ergebnisse willst (z. B. bei tieferen Falten, starker Akne, deutlichen Sonnenschäden)

  • du bereit bist, durch eine Anpassungsphase zu gehen

  • du konsequent Sonnenschutz verwendest

  • du eine ärztliche Begleitung hast


Tretinoin ist kein „Beauty-Trend“, sondern ein sehr potentes Arzneimittel, das richtig eingesetzt großartige Ergebnisse liefern kann – aber Respekt verdient.


5. Nebenwirkungen & typische Fehler


Mögliche Nebenwirkungen (bei beiden, verstärkt bei Tretinoin)

  • Rötung

  • Brennen

  • Spannungsgefühl

  • Trockenheit

  • Schuppung

  • vorübergehende Verschlechterung von Unreinheiten („Purging“)


Häufige Fehler

  • zu hohe Konzentration gewählt

  • zu häufige Anwendung zu Beginn

  • kein Sonnenschutz

  • gleichzeitig zu viele aggressive Produkte (Säuren, Peelings, Retinoide)

  • zu wenig Barriereschutz (zu „leichte“ Pflege)


6. So startest du richtig – egal ob Retinol oder Tretinoin


Grundregeln für beide Wirkstoffe

  1. Langsam starten

    • z. B. 1–2× pro Woche

  2. Erbsengroße Menge für das ganze Gesicht reicht

  3. Nur abends anwenden

  4. Auf trockener Haut, dann Pflege darüber

  5. Tagsüber: immer SPF 30–50

  6. Auf die Haut hören

    • bei starker Reizung Pause einlegen


7. Retinol vs. Tretinoin – welches ist „besser“?


Die eigentliche Frage ist nicht, welcher Wirkstoff objektiv „besser“ ist, sondern:

Welcher Wirkstoff passt zu dir, deiner Haut und deiner Situation?
  • Wenn du sanft einsteigen möchtest, ohne Rezept, mit überschaubarem Risiko:👉 Retinol

  • Wenn du bereits Erfahrung hast, größere Hautziele verfolgst (z. B. starke Akne oder tiefe Falten) und bereit bist, den Weg konsequent zu gehen:👉 Tretinoin – idealerweise mit ärztlicher Begleitung

Beide können unglaublich viel für deine Haut tun – sie sind Werkzeuge, keine Wundermittel.


Fazit: Retinol und Tretinoin – zwei Wege, ein Ziel


Sowohl Retinol als auch Tretinoin haben Unterschiede führen am Ende aber zum gleichen Ziel:

  • glattere Haut

  • feinere Poren

  • verbesserte Struktur

  • weniger Fältchen und Sonnenschäden


Retinol ist der sanftere, kosmetische Weg,Tretinoin der direkte, medizinische Weg.

Wenn du deine Haut respektvoll behandelst, langsam steigerst und immer an Sonnenschutz denkst, können beide zu deinen stärksten Verbündeten im Badezimmer werden.


Tipp: Retinol

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